FDP schickt Marco Frommenkord ins Rennen

Beim Ortsparteitag nominieren die Liberalen ihren stellvertretenden Vorsitzenden als Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl.

Für den anstehenden Kommunalwahlkampf schlagen die Wermelskirchener Liberalen Pflöcke ein: Einstimmig votierte der FDP-Ortsparteitag im Dhünner Hotel-Restaurant „Zu den drei Linden“ für die Spitzenkandidatur von Marco Frommenkord, den der Vorstand des Ortsverbandes den 26 Anwesenden zur Nominierung vorschlug. Damit stehen mittlerweile zwei Kandidaten fest, die Amtsinhaber Rainer Bleek (SPD), der erneut kandidiert, den Bürgermeistertitel streitig machen wollen. Neben Marco Frommenkord für die FDP ist das die parteilose Marion Lück, die von CDU und Bürgerforum unterstützt wird. „Ich möchte das Bürgermeisteramt ein wenig neu definieren, möchte mehr Motivator, mehr Kommunikator sein. Für den Bürger möchte ich Zuhörer sein“, sagte Marco Frommenkord in einer kurzen Rede: „Zurzeit fühlt man die Stadtverwaltung nicht als Dienstleister, obwohl gutes Personal vorhanden ist.“

Bisher gehört Marco Frommenkord sowohl zur FDP-Stadtratsfraktion als auch als zweiter stellvertretender Vorsitzender zum Vorstand des Ortsverbandes. Er wolle gestalten statt verwalten – die Stadt und Projekte bewegen statt zerreden, kündigte Frommenkord an: „Ich möchte heute vernünftige Entscheidungen treffen, von denen die zukünftigen Generationen zehren können.“

Wie der Ortsverbands-Vorsitzende Patrick Engels betonte, habe sich der Vorstand die Entscheidung zur Aufstellung eines liberalen Kandidaten nicht leicht gemacht: „Wir haben viele Gespräche mit anderen Parteien und politischen Vereinen geführt, haben sondiert und überlegt. Das hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen, ich hatte mir das im Vorfeld weniger intensiv vorgestellt.“ Letztlich seien die Beteiligten zu dem Schluss gekommen, dass für die FDP in Wermelskirchen ein eigener Kandidat durchaus sinnvoll sei.

Für den Kommunalwahlkampf könne der Ortsverband auf ein Budget von 12.000 Euro zurückgreifen, berichtete der erste stellvertretende Vorsitzende Stephan Theil von Überlegungen des Vorstandes: „Wir haben ein Guthaben von 17.000 Euro, und es stehen keine großartigen Ausgaben an. Wir haben uns überlegt, 12.000 Euro davon in den Wahlkampf zu investieren.“

Da die Wahlbezirke aufgrund einer neuen Gesetzeslage möglicherweise noch verändert werden, verschob der Ortsparteitag die Vorstellung der Reserve auf einen außerordentlichen Parteitag.

Im Gespräch mit unserer Redaktion verriet Marco Frommenkord, dass die Idee zur Kandidatur für das Bürgermeisteramt bereits seit Mitte 2018 in ihm reifte und sich der FDP-Ortsverband seit Mitte 2019 ernsthaft mit diesem Gedanken beschäftige.

Schon allein aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit sieht Marco Frommenkord die Digitalisierung als Schlüssel, um die Verwaltung mehr als Dienstleister zu etablieren: „Mit digitalen Möglichkeiten lässt sich der Service erhöhen und gleichzeitig Entlastung für die Mitarbeiter schaffen.“ Frommenkords Ziel: „Alle Menschen, egal welchen Alters, ob Single oder Familie, sollen Wermelskirchen als lebenswert wahrnehmen – das ist die Herausforderung.“ Denn eine solide Haushaltsführung und Beachtung ökologischer Aspekte gehören dazu. „2030 soll landesweit über Wermelskirchen gesprochen werden, wie jetzt über Monheim als Vorzeige-Kommune geredet wird“, blickt der 38-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion aus.

Vielfach würde sich immer und immer wieder auf einen Personenkreis fokussiert: „Mal geht es um das Ehrenamt, dann um ältere Menschen. Ich will als Bürgermeister die Schnittstelle dazwischen sein, denn die Stadt sind alle.“ Und zur Stadt gehörten ebenso Dabringhausen und Dhünn, betont Frommenkord: „Dort gibt es unheimlich engagierte Kräfte, die nicht bevormundet werden sollen. Konzepte für die Stadtteile müssen in Einklang mit den dort aktiven Menschen entwickelt werden.“

Im Nachgang zum FDP-Ortsparteitag freute sich Marco Frommenkord über das einstimmige Votum der Versammlung für seine Kandidatur: „Meine Worte vor der Abstimmung habe ich als ersten Einstieg bewusst emotional geprägt, um zu vermitteln, dass meine Kandidatur eine Herzensangelegenheit ist.“

Info „Freiheit ist ein Lebensgefühl“

Wer Marco Frommenkord erblickte am 12. April 1981 das Licht der Welt. Er ist verheiratet und Vater einer sechsjährigen Tochter.

Privat Als er seine Ehefrau Eva kennen und lieben lernte, kam Marco Frommenkord in Kontakt mit den Liberalen. Denn der Stadtratsfraktionsvorsitzende Jürgen Manderla war in dieser Zeit Vermieter von Eva Frommenkord. „So bin ich zur FDP gekommen und war relativ schnell einkassiert“, erinnert Marco Frommenkord mit einem Lachen: „Ich musste aber nicht lange überredet werden, denn das Grundprinzip der Freiheit ist ein Lebensgefühl.“

Beruf Der 38-jährige Frommenkord ist selbstständig und führt vier Firmen, der Fokus liegt dabei auf Dienstleistungen in der Digitalbranche. Er sagt: „Zeit für Politik ermöglicht das Einbringen in die Gesellschaft, deshalb nehme ich mir die Zeit. Eine langfristige Sinnhaftigkeit von Entscheidungen ist mir wichtig.“

Von Stephan Singer – Bergische Morgenpost vom 24.01.2020

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